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Schreiben
 
... ein Mittel, um sich Klarheit über die möglichen Übersetzungszugriffe auf Bild, Raum, Ton, Zeit zu verschaffen ...
 
Zunächst gilt (immer noch): Künstlerische Arbeit erklärt sich am besten aus sich selbst heraus. Doch in welchem Maße ist ein Bild - nachdem viele ursprünglich der Kunst vorbehaltenen bildnerischen Techniken in fast allen Teilsystemen der westlichen Gesellschaften Anwendung finden - noch ohne den Kontext denkbar, auf den es sich bezieht? Also doch die notwendige Einführung in eine "professionelle" Betrachtung.

Kunstwerke, die den Anspruch stellen, aus sich selbst heraus verstehbar zu sein, scheitern beim Publikum nicht selten an den Grenzen des Geschmacks. Schon allein der Umstand, daß Kunst keine geschmacksabhängige Betrachtung dulden kann, um dem eigenen Umfeld immer wieder auch kritisch auf den Zahn fühlen zu können, macht "Geschmack" zu einem Feind kreativer und erst recht kritischer Arbeit.

 
Zumal: Kunst mischt sich in andere gesellschaftliche Bereiche ein und ein Bild kann dann - je nach "Zielgruppe" - viele Bilder sein.

Dieses "eine" Bild aus dem Bild zu pellen, erleichtert bisweilen die Sprache. Sie sortiert heraus, was nicht abbildbar ist und reduziert das Bild auf seine notwendigsten Bestandteile.

"Liebe zur Kunst ist promiskuitiv. Wer nicht viele liebt, liebt keines. Wer nur einen Stil mag, versteht auch diesen nicht" schreibt Jan Philipp Reemtsma, und "Eine Gesellschaft, die mit Kunst kommuniziert, hat sich nur eine törichte Art, sich umständlich auszudrücken, angewöhnt". Letzteres interpretiere ich als "Kommunikation mit Geschmacks-modellen". Eine weitere inhaltliche Differenzierung wird schlicht unmöglich. Kunst wird zu "Kunstfertigkeit". Zukunft wird modisch.


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